Weitere Erinnerungsorte

Wohnung des Reichshauptmanns
Der oberbairische Herzog Albrecht IV. begann 1489 einen Schlossbau da, wo heute die Gebäude Am Singrün 2 stehen. Der Herzog war seit 1485 Stadtherr der vorher freien Stadt Regensburg. Der Kaiser verhängte gegen Herzog und Stadt die Reichsacht. Deswegen unterstellte die Stadt sich wieder dem Reich. 1495 wurde Regensburg Reichsstadt. Zur Sicherung der Rechte von Kaiser und Reich wurde 1499 Sigmund Ritter von Rorbach als Reichshauptmann in der Stadt eingesetzt. Der Schlossbau diente ihm als Wohnort.

Karmelitenkirche St. Joseph
Sogar die einzige barocke Kirchenfassade in Regensburg ist ohne Kaiser und Reichsversammlungen undenkbar. Kaiser Ferdinand II. sorgte 1634 mit gegenreformatorischem Impetus für eine Ansiedlung der Unbeschuhten Karmeliten in Regensburg. Kaiser Ferdinand III. und seine Frau Maria Anna von Spanien legten beim einzigen Reichstag im Dreißigjährigen Krieg 1641 den Grundstein zum Bau, Kaiser Leopold I. ließ ihn 1673 vollenden.

Codex des Ambrosius Mayrhofer
Gerade im Zeitalter der Konfessionalisierung verfolgten die Äbte von St. Emmeram aufgrund der zweifachen territorialen Verstrickung des Klosters mit anderen Reichsständen, der Stadt Regensburg und dem Herzogtum Bayern eine wohl überlegte, pragmatische Politik, die auf diplomatisches Geschick und Dialog setzte. Dazu dienten auch musikalische Mittel, wie das aufwendig illuminierte Chorbuch des Ambrosius Mayrhofer zeigt.