Weitere Erinnerungsorte

Castrum Doloris für Kaiserin Eleonora Magdalena
Besondere feierliche Anlässe der Kaiserfamilie wie Hochzeiten, Krönungen oder Todesfälle wurden auch außerhalb des Wiener Hofes im Heiligen Römischen Reich begangen. Regensburg als Sitz des Immerwährenden Reichstags würdigte sowohl die Kaiser Leopold I. und Joseph I. als auch Kaiserin Eleonora Magdalena anlässlich ihres Todes mit einer Messe und einem Castrum Doloris im Dom.

‚Judensau‘ am Regensburger Dom
Die sogenannte ‚Judensau‘, eine antijüdische Schmähskulptur aus dem 14. Jahrhundert, befindet sich am Regensburger Dom. Obwohl Juden im Alten Reich unter einem besonderen Schutz der Herrschenden standen, lebten sie stets in Gefahr von Vertreibung. Die Skulptur ist damit ein steinernes Dokument für die wechselhafte Geschichte der Juden zwischen Privilegierung und Verfolgung sowie auch für den Umgang mit ihrer Verfolgungsgeschichte bis zur Gegenwart.

Neue Waag
Seit 1441 im Besitz der Stadt Regensburg nutzte man das Anwesen am Haidplatz als städtische Waage. Schon im 16. Jahrhundert wurde es dann zu einem bedeutenden Ort der Kommunikation im Alten Reich: Hier rangen Katholiken und Protestanten 1541 im Regensburger Religionsgespräch um die religiöse Einheit des Alten Reiches. Als der Reichstag ab 1663 permanent in Regensburg tagte, diente die Neue Waag zudem als Diktaturstube. An diese Traditionen von Kommunikation und Konsensfindung knüpft auch die heutige Nutzung mit dem Sitz des Bayerischen Verwaltungsgerichts Regensburg an.