Neue Waag

Seit 1441 im Besitz der Stadt Regensburg nutzte man das Anwesen am Haidplatz als städtische Waage. Schon im 16. Jahrhundert wurde es dann zu einem bedeutenden Ort der Kommunikation im Alten Reich: Hier rangen Katholiken und Protestanten 1541 im Regensburger Religionsgespräch um die religiöse Einheit des Alten Reiches. Als der Reichstag ab 1663 permanent in Regensburg tagte, diente die Neue Waag zudem als Diktaturstube. An diese Traditionen von Kommunikation und Konsensfindung knüpft auch die heutige Nutzung mit dem Sitz des Bayerischen Verwaltungsgerichts Regensburg an.

Niedermünster

Unweit des Regensburger Doms liegt der Gebäudekomplex des ehemaligen Damenstifts Niedermünster. Wahrscheinlich im 8. Jahrhundert gegründet, wurde das Frauenkloster Niedermünster 1002 zum Reichsstift erhoben und stand somit unter dem Schutz des Kaisers. Es gehörte zu den geistlichen Territorien im Reich; seine Äbtissin nahm den Rang einer Reichsfürstin ein. Infolge der Säkularisation 1803 und der Übernahme des Komplexes durch das Königreich Bayern dienen die Stiftsgebäude heute dem Bischof von Regensburg als Wohnung und als Sitz des Ordinariats, während die Stiftskirche als Dompfarrkirche genutzt wird.

Altes Thurn und Taxis Postamt

Die Thurn und Taxis entwickelten ab 1490 im Auftrag Kaiser Maximilians I. ein revolutionäres Kommunikationssystem, das nahe und weitentfernte Gebiete des Heiligen Römischen Reiches miteinander verband und schon bald einfach ,,die Post“ werden sollte. Als das Adelsgeschlecht im 18. Jahrhundert nach Regensburg übersiedelte, brachten sie die Zentrale der Reichspost mit, die sie am Neupfarrplatz einrichteten. Dort blieb sie bis zu Ende des Alten Reiches.

Denkmal des Grafen von Görtz

Im Leben des Grafen von Görtz (1737-1821) verbinden sich Reichs- und Stadtgeschichte in einzigartiger Weise. Görtz war ab 1788 kurbrandenburgischer Gesandter beim Immerwährenden Reichstag in Regensburg. Das Ende des Reiches 1806 bedeutete einen tiefen und von Görtz beklagten Einschnitt. Er verließ Regensburg bis zum Lebensende nicht mehr. Wegen seines Einsatzes für den Abzug französischer Truppen aus der Stadt 1801 wurde er zum ersten Ehrenbürger Regensburgs ernannt. Drei Jahre nach seinem Tod errichtete man ihm ein Denkmal.

Römischer König

zunächst Titel des gewählten und gekrönten Reichsoberhauptes, das aber noch nicht vom Papst zum Kaiser gekrönt worden war. Ab dem 16. Jahrhundert wurde der Begriff im Wesentlichen für zu Lebzeiten von regierenden Kaisern gewählte und gekrönte Nachfolger verwendet.

Reichsversammlung

Überbegriff für unterschiedliche Formen von Versammlungen der Reichsstände im Heiligen Römischen Reich auf Reichsebene. Dazu zählen Hoftage, Reichstage (darunter auch der Immerwährende Reichstag), aber auch Kurfürstentage oder Wahl- und Krönungstage.

Schutz und Schirm

Rechtsformel, welcher die Verpflichtung des Kaisers gegenüber den Reichsständen beschreibt, die wiederum zur Heerfolge und zur Unterstützung des Kaiser verpflichtet waren. Sie wurde zum Beispiel bei Kaiserempfängen und Huldigungsakten in Reichsstädten verwendet.

Willkomm

Bezeichnung für die Gastgeschenke, die Kaisern und anderen hochrangigen Würdenträgern bei Besuchen von Reichsstädten durch den Rat der Stadt überreicht wurden. Traditionell gehörte dazu Hafer, Wein, Fische und ausgewähltes Kunsthandwerk.

Religionsgespräch

nach einem zuvor ausgehandelten Verfahren stattfindende Unterredung zwischen Vertretern konfessionell differenter Gruppen infolge der Reformation, bei denen um theologische und rechtliche Fragen gerungen wurde, entweder innerhalb eines Territoriums oder auf der Ebene des Reiches (Reichsreligionsgespräch).

Geschlechterturm

durch politisch und ökonomisch bedeutende Patrizierfamilien in spätmittelalterlichen Städten vorwiegend süddeutscher Reichsteile errichtete Turmbauten mit repräsentativ-symbolischer und Verteidigungsfunktion.